Prekär beschäftigt? – Verrückt kämpfen! – Diskussionsveranstaltung mit Ingrid Artus; Montag 06.02., 14:00 Uhr; Raum CNMS 00A03 (Deutschhausstraße 12)

Prekäre Arbeitsverhältnisse sind längst kein Randphänomen mehr. Sie sind in der Mitte der Arbeitswelt angekommen. Ob im Dienstleitungssektor, bei öffentlichen Stellen oder in der klassischen Industrie: Prekäre Beschäftigungsverhältnisse weiten sich aus. Es fällt auf, dass vor allem Frauen von solchen Beschäftigungsverhältnissen betroffen sind. Ein Beispiel vor der eigenen Haustür sind die Reinigungskräfte der Uni Marburg. Im letzten Jahr verschlechterten sich deren Arbeitsbedingungen massiv.

Prekär Beschäftigte haben selten die Möglichkeit ihre Interessen lautstark zu vertreten und auch bei Gewerkschaften standen sie in der Vergangenheit vor verschlossenen Türen. Dennoch haben in den letzten Jahren VerkäuferInnen bei Lidl und Schlecker mit ihren – oft sehr kreativen – Arbeitskämpfen auf sich aufmerksam gemacht.

Wie es dazu kommt, dass prekär Beschäftigte ihre „verrückten Kämpfe“ (Artus 2008) aufnehmen, wie diese aussehen und unter welchen Voraussetzungen sie stattfinden, wollen wir mit euch und Prof. Dr. Ingrid Artus diskutieren. Sie forscht und lehrt zu diesem Thema an der Friedrich Alexander Universität Nürnberg-Erlangen.

Diskussionsveranstaltung mit Ingrid Artus (Friedrich Alexander Universität Nürnberg-Erlangen)
Montag 06.02., 14:00 -16:00 Uhr
Raum CNMS 00A03 (Deutschhausstraße 12)
Arbeitsgemeinschaft für gewerkschaftliche Fragen

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UN­GE­HOR­SAM VER­TEI­DI­GEN! 09.​11.​2011 | 20.​30h | Cafè am Grün

gruppe d.i.s.s.i.d.e.n.t und die bunte hilfe marburg:
So­li­da­ri­tät mit den Be­trof­fe­nen von staat­li­cher Re­pres­si­on
Eine Ein­füh­rung in und über die ak­tu­el­len Er­mitt­lun­gen nach §129 StGB in Sach­sen.

„Vie­len von uns ist der Er­folg der ge­mein­sa­men Blo­cka­de des größ­ten eu­ro­päi­schen Na­zi­auf­marschs in Dres­den am 19.​Februar die­sen Jah­res noch im Ge­dächt­nis. Trotz oder ge­ra­de wegen des Er­folgs, dass sich über 20.​000 Men­schen an den Ak­tio­nen zi­vi­len Un­ge­hor­sams in Form der Mas­sen­blo­cka­den be­tei­lig­ten, wer­den sei­tens der säch­si­schen Po­li­zei Pro­zes­se nach §129 zur Kri­mi­na­li­sie­rung des Pro­tes­tes an­ge­strengt. Der §129 be­inhal­tet den Vor­wurf „der Grün­dung einer kri­mi­nel­len Ver­ei­ni­gung“, in die­sem Fall wer­den die­je­ni­gen kri­mi­na­li­siert, die Nazis ent­schlos­sen ent­ge­gen­ge­tre­ten sind und sich nicht mit sym­bo­li­scher Dis­tan­zie­rung zu Na­zi­auf­mär­schen zu­frie­den geben woll­ten.
Das macht ein­mal mehr deut­lich, das po­li­ti­sche Ar­beit nicht am Tag der Ak­ti­on endet, son­dern so­wohl in kon­kre­ter Un­ter­stüt­zung der von Kri­mi­na­li­sie­rung Be­trof­fe­nen, als auch in der of­fen­si­ven po­li­ti­schen Be­ja­hung der ge­mei­na­men Ak­ti­on zur Ver­hin­de­rung des Na­zi­auf­mar­sches, wei­ter­ge­führt wer­den muss.

In der Ver­an­stal­tung wird sich des­we­gen die­sem oft un­ter­be­lich­te­ten Teil lin­ker Po­li­tik ge­wid­met. Dafür ei­ge­la­den sind Ak­ti­vis­t_in­nen der Kam­pa­gne Hun­dert­neun­und­zwan­zig eV,die sich mit den ak­tu­el­len Er­mitt­lungs­ver­fah­ren nach Pa­ra­graph 129, der „Bil­dung einer kri­mi­nel­len Ver­ei­ni­gung“, gegen 44 Per­so­nen in und um Dres­den, be­schäf­ti­gen.
Unter Ein­be­zie­hung des all­ge­mei­nen po­li­ti­schen Kli­mas in Sach­sen und den dar­aus re­sul­tie­ren­den po­li­zei­li­chen Ma­nö­vern, wie der mas­si­ven Funk­zel­len­aus­wer­tung soll zum einen auf den ak­tu­el­len Stand der Pro­zes­se ein­ge­gan­gen wer­den. Zum an­de­ren wird auf die po­li­ti­sche Sys­te­ma­tik der Kri­mi­na­li­sie­rungs­ver­su­che ein­ge­gan­gen wer­den die eine Trag­wei­te und Aus­strah­lungs­kraft für die Pra­xis Lin­ker über Sach­sen hin­aus be­sitzt.“Text von http://gruppedissident.blogsport.de/

09.​11.​2011 | 20.​30h | Cafè am Grün
UN­GE­HOR­SAM VER­TEI­DI­GEN!

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Di. 1. November 19:30h: „Fritz Bauer – Tod auf Raten“ im TRAUMAkino (Kino im Café Trauma)

Generalstaatsanwalt Fritz Bauer: Als Jude mit SPD-Parteibuch geriet der
gebürtige Stuttgarter doppelt ins Fadenkreuz der Nazis. 1935 floh er deswegen
nach Kopenhagen. 1949 kehrte Bauer in seine alte Heimat zurück und machte
sich an sein Lebenswerk – die Täter des Holocaust zu finden und vor Gericht
zu stellen.

„Nichts gehört der Vergangenheit an. Alles ist Gegenwart und kann wieder
Zukunft werden“. Dieses Zitat spiegelt am besten wider, was den Juristen
Fritz Bauer in den 1950er und 1960er Jahren bei der juristischen Aufarbeitung
der NS-Vergangenheit in Deutschland antreibt. Für ihn spielte die Justiz eine
entscheidende Rolle beim Wiederaufbau der Demokratie. Als Generalstaatsanwalt
rehabilitierte er die Widerstandskämpfer vom 20. Juli 1944 und initiierte den
Frankfurter Auschwitzprozess. In der Bundesrepublik löste Bauer damit
erstmals eine breite öffentliche Diskussion über den Holocaust aus. Die
Dokumentation führt in eine Zeit, in der vor allem die ältere Generation in
Deutschland die NS-Vergangenheit verdrängte. 1968 starb Fritz Bauer. Sein
überraschender Tod ist bis heute ungeklärt.

Der Film läuft am im Rahmen des Festivals „ueber Mut“. Im Anschluss
Publikumsgespräch mit Ulf Immelt (DGB Region Mittelhessen).

Eintritt: 4 Euro

Veranstalter: TRAUMAkino und DGB Region Mittelhessen

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HospiAK im nächsten Semester

Im Wintersemester bietet die AgF wieder den HospiAK an. Eingeladen sind alle, die an gesellschaftskritischen und/ oder gewerkschaftlichen Themen interessiert sind.

Ein erstes Treffen zum Kennenlernen gibt es am 26.10. um 20.00 Uhr im PhilFak-Foyer.

Weitere Informationen findet ihr hier unter der Rubrik „HospiAK“ oder schreibt uns einfach über das Kontakt-Formular an.

Eure AgF

Nachtrag:
Das erste Treffen ist erfolgreich verlaufen. Trotz hoher Teilnehmendenzahl, kann jede_r nächste Woche auch gerne noch einsteigen. Treffpunkt ist wieder die PhilFak, allerdings lohnt es sich pünktlich zu kommen, da wir von dort gemeinsam zu unseren Räumlichkeiten für das restliche Semester laufen werden.

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Großbauten in Innenhöfen

biegen

In Marburg herrscht Wohnungsnot, das ist nicht neu. Besonders durch die steigenden Studierendenzahlen wird der Wohnraum immer knapper, die Mieten steigen. Nun gibt es zahlreiche Baustellen, z.B. im sogenannten Biegenkarree (zwischen Biegenstraße und Uferstraße) entsteht ein neuer Betongroßbau. Allerdings mit lediglich 10 Wohneinheiten. Es entstehen große Eigentumswohnungen (!), unbezahlbar für Studierende oder junge Familien. Außerdem verschwindet somit der Innenhof des Karrees, der vor allem für Familien mit Kindern die Attraktivität des Quartiers bzw. seinen Charme ausmachte.
Die Stadt spielt hierbei eine unrühmliche Rolle, indem sie zugunsten der Investoren mal schnell hier einen Bebauungsplan umwirft und dort mal „eine andere Rechtsauffassung“ hat.
Dies alles ist ausführlich aufbereitet und dokumentiert auf:
www.bi-biegenkarree.de
Dieses Bauvorhaben betrifft nicht nur die Anwohner, es steht symptomatisch für die Wohnraumpolitik der Stadt Marburg und die geht uns alle an!

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Giessen bleibt Nazifrei!

Giessen Bleibt Nazifrei
Das Giessener Bündnis gegen Rechts (BGR), das Bündnis Gießener AntifaschistInnen und zahlreiche UnterstützerInnen, rufen zu zivilem Ungehorsam gegen den Aufmarsch der NPD und und den Jungen Nationaldemokraten (JN), unterstützt von „Freien Kräften“ am 16. Juli 2011 auf. Das Beispiel Wetzlar hat in der jüngeren Geschichte gezeigt, was es bedeuten kann, wenn ein Naziaufmarsch in einer Stadt geduldet wird: Nachdem dort im Oktober 2008 rund 350 Neonazis nahezu ungehindert marschieren konnten, folgte eine massive Stärkung der rechten Szene in und um Wetzlar. Einige junge TeilnehmerInnen, die auf dieser Demonstration erstmals offen in Erscheinung traten, verübten schließlich im März 2010 einen Brandaschlag auf das Haus eines Pastoralreferenten, der sich im Wetzlarer ‚Bündnis gegen Nazis‘ engagiert.
Deshalb:
Naziaufmarsch läuft net!
Giessen bleibt Nazifrei!

Homepage des Bündnisses

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Floris Biskamp – DAS REDEN ÜBER DAS REDEN ÜBER DEN ISLAM

Eine Veranstaltung der Linken Fachschaft.

20.06.2011, Hörsaalgebäude, Biegenstrasse 14, Raum 113 um 20 Uhr.

Kaum etwas polarisiert die öffentliche Debatte dieser Tage gründlicher als das Reden über das Reden über den Islam, insbesondere dann, wenn jemand etwas Schlechtes zu sagen hat.
Während die einen in jeder negativen Aussage über eine islamische Gruppe oder Glaubensrichtung ein Symptom von Islamophobie erkennen wollen, kann man für die anderen gar nicht schlecht genug über diese Religion reden. In dieser festgefahrenen Debatte ist es die Aufgabe kritischen Denkens, die falschen Alternativen zu vermeiden und eine Position zu etablieren, von der aus sich die starken reaktionären Strömungen im Islam ebenso kritisieren lassen wie das hierzulande virulente Ressentiment gegen den Islam. Der Ort einer solchen Position wird im Vortrag in Abgrenzung von zentralen Strängen linker Debatten skizziert.

Floris Biskamp studierte Physik und Politikwissenschaften. Aktuell promoviert er an der Universität Gießen. Zuletzt publizierte er zum Thema in Phase 2 und Jungle World.

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Buchvorstellung mit Jan Ole Arps: Frühschicht – Linke Fabrikintervention in den 70er Jahren Donnerstag, 26. Mai · 20:30 – 23:30, Café am Grün, Am Grün, Marburg.

Beschreibung von Assoziation A (http://www.assoziation-a.de/neu/Fruehschicht.htm):

Klaus Franz hat es getan, Berthold Huber hat es getan, Joschka Fischer hat es getan.

»Ich wusste nicht, was auf mich zukam. Aber ohne die Arbeiterklasse hatten wir keine Chance, die Welt zu verändern, so viel war klar.« Das schreibt Harry Oberländer 1977, einige Jahre nachdem er als revolutionärer Aktivist bei Opel in Rüsselsheim angeheuert hatte. Vom Studenten zum Arbeiter.

Was heute kaum vorstellbar klingt, war Anfang der 70er Jahre weit verbreitet. Auf die antiautoritäre Revolte von 1968 folgte für viele der Schritt in die Produktion; einige Tausend junge Linke tauschten den Seminarstuhl gegen die Werkbank ein, um die Arbeiterklasse für Revolution und Kommunismus zu begeistern.

Inzwischen ist Klaus Franz (ehemals Mitglied der maoistischen KPD/AO) Betriebsratsvorsitzender bei Opel, Berthold Huber (ehemals Mitglied in der Vorgängerorganisation der MLPD) Vorsitzender der IG Metall, und Joschka Fischer (ehemals Revolutionärer Kampf, Frankfurt) war der erste grüne Außenminister und berät nun deutsche Unternehmen aller Sparten.

Über die bunte Vielfalt der linken »Betriebsintervention« ist hingegen kaum noch etwas bekannt. Ebenso fast vergessen: Auch in bundesdeutschen Fabriken herrschten in jenen Jahren keineswegs nur Ordnung, Fleiß und Disziplin. Zwar ließen sich die westdeutschen ArbeiterInnen anders als in Frankreich oder Italien nicht von der revolutionären Begeisterung mitreißen, die die Universitäten erfasst hatte, doch wilde Streiks waren häufig und hohe Lohnabschlüsse die Regel.

Das Buch geht der Faszination nach, die diese Ereignisse auf die rebellischen StudentInnen hatte. Es behandelt die K-Gruppen, die sich an Lenins Modell der Kaderpartei orientierten, ebenso wie die Spontis, deren Schlachtruf »Wir wollen alles« lautete und die die These von der Autonomie der Arbeiterkämpfe in der Fabrik erproben wollten. Es zeichnet den Weg junger Linker in die Betriebe nach und schildert, welche Erfahrungen sie dort machten. Damit handelt es vom Konflikt zwischen revolutionären Wünschen und den Mühen des Alltags, von Begeisterung und Ernüchterung über die Arbeiterklasse und von der Krise der autoritären Disziplin, die zur Krise der Großfabrik und der an ihr orientierten politischen Ansätze beitrug.

Im Mittelpunkt stehen die Erfahrungen der ProtagonistInnen dieses Experiments, die mal nur einige Monate, manchmal ein ganzes Leben in der Fabrik geblieben sind.

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Gewerkschaften und die Europäisierung der Arbeitsbeziehungen, mit: Felix Stumpf

7. 2. 2011, 18 Uhr, Raum 05B06 (Wilhelm-Röpke-Str. 6, 35032 Marburg):

Mit der Vertiefung der ökonomischen Integration durch den Europäischen Binnenmarkt und die Europäische Währungsunion geraten die europäischen Gewerkschaften in ihrem politischen Kerngeschäft der Tarifpolitik zunehmend unter Druck. Ohne einen EU-weit geltenden verbindlichen rechtlichen Rahmen für Tarifverhandlungen (Europäische Tarifautonomie) sind sie einem andauernden Machtverlust ausgesetzt, durch den sie immer weniger in der Lage sind, eine Begrenzung des Lohnkostenwettbewerbs durchzusetzen.

Um die Handlungsmöglichkeiten der Gewerkschaften auf europäischer Ebene zu stärken, wurde von einer Gruppe von Gewerkschafter_innen und gewerkschaftlich engagierten Wissenschaftler_innen vor einigen Jahren die Initiative Europäische Tarifautonomie (InET) ins Leben gerufen.

Der Ausgangspunkt der Initiative europäische Tarifautonomie ist, dass ein sozialeres Europa weder auf politische noch auf rechtliche Zugeständnisse warten kann und darf. Vielmehr müsste über koordinierte gewerkschaftliche Arbeitskämpfe gemeinsam ein sozialeres Europa von unten durchgesetzt werden. Denn sowohl im Recht wie auch in der Politik fehlt nicht zuletzt ein hinreichender gesellschaftlicher Druck. Im Innern resultiert gesellschaftlicher Druck mit Blick auf das Soziale immer noch zentral von den organisierten Arbeitsbeziehungen. Ein sozialeres Europa ist darum, so die These, auf eine Europäisierung der Arbeitsbeziehungen angewiesen.

Felix Stumpf ist politischer Sekretär der IG Metall mit den Tätigkeitsbereichen Arbeits- und Sozialrecht, Betriebsbetreuung. Außerdem ist er Mitglied der Initiative Europäische Tarifautonomie.

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Gewerkschaftliche Antworten auf eurokapitalistische Raum- und Formstrategien, mit: Lukas Oberndorfer

31. 1. 2011, 18 Uhr, Raum 05B06 (Wilhelm-Röpke-Str. 6, 35032 Marburg)

Spätestens in der Krise des Fordismus haben vor allem transnational orientierte Kapitalfraktionen begonnen, die europäische Ebene der Regulierungsweise strategisch zu nutzen. Die auf nationalstaatlicher Ebene verbliebenen Strukturen des Wohlfahrtsstaates – bewehrt durch den Widerstand der institutionalisierten Arbeitnehmer_innen – sollen damit aufgebrochen und in einem kapitalfreundlichen Sinn umstrukturiert werden. Bisherige kritische Forschungsarbeiten und Theoriekonzepte, wie das der „Politics of Scale“ weisen einen blinden Fleck im Bereich des Rechts auf.

Anhand aktueller Rechtssprechung des EuGH und einiger rechtstheoretischer Überlegungen soll der Versuch unternommen werden, die „Politics of Scale“ durch eine weitere Strategie-Achse zu ergänzen – jene des Form-Swichting: Strate- gisch handelnde Akteur_innen verfolgen nicht nur Re-Skalierungsprojekte, sondern nützen auch die unterschiedliche Grammatik der politischen und der rechtlichen Form. Durch die Verschiebung von Auseinandersetzungen vom politischen Terrain hinein in rechtliche Verfahren versuchen sie die Ausgangsbedingungen für die Durchsetzung ihrer Interessen zu verbessern. Auch wenn die strategischen Selektivitäten der unterschiedlichen räumlichen Maßstabsebenen und Formen asymmetrische Ausgangsbedingungen für Kapital und Arbeit schaffen, gilt es die Frage aufzuwerfen, welche Raum- und Formstrategien sich für die Gewerkschaften anbieten, um ihre gegenwärtige Defensivposition zu überwinden.

Lukas Oberndorfer ist wissenschaftlicher Mitarbeiter der Abteilung EU & Internationales der Arbeiterkammer Wien und des Juridicum. Er arbeitet zu einer kritischen Theorie & Empirie der europäischen Integration.

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