Raven gegen Krise

16.07.2009, 20:00 Uhr, Hörsaalgebäude, Marburg: Raven gegen Krise. Nachttanzdemo.

Raven gegen Krise!

Eines dürfte uns allen klar sein: Wir haben die aktuellen Krisen nicht verursacht. Und damit ist es nur logisch, dass wir auch nicht bereit sind ihre Konsequenzen und Kosten zu tragen!

Die Krise, das sind viele!

Alle reden von der Krise und meinen nur die eine, die Finanz-/ Wirtschaftskrise. Wir sprechen von vielen Krisen, denn sieht man sich genauer um, so ist unser aller Lebensumfeld durchzogen von krisengeschüttelten Systemen. Seien es Schul- und Hochschulsystem, deren Missstände nicht erst seit dem Bildungsstreik vor vier Wochen mehr als offensichtlich sind, oder sei es das Pflege- und Gesundheitssystem, dessen Finanzierung und Leistung seit Jahren sinkt. Auch die Krise im Beschäftigungsbereich, durch prekäre Beschäftigungsverhältnisse, Zeitarbeitsfirmen, zunehmende Arbeitslosigkeit und faktischen Reallohnsenkungen, drängt sich durch zunehmende Streiks in den letzten Jahren, zuletzt durch der Streik der Erzieher_innen, mehr und mehr ins öffentliche Bewusstsein.

Weniger offensichtliche Erosionserscheinungen sind der Rückgang öffentlicher Freiräume durch Privatisierung, Kommerzialisierung, Überwachung und verschärfte, gesetzliche Regelungen sowie die Krise der inhaltlichen Ausrichtung des Systems, dessen „Versprechungen“ nicht gehalten werden und dessen „Lösungen“ keine sind.

Die populärste Krise aller Zeiten

Zu all diesen Dauerkrisen gesellt sich nun sei neustem die Finanz- und Wirtschaftskrise, deren Ursachen und Lösungen allen angeblich ganz klar zu sein scheinen und dementsprechend propagiert werden: Gierige Manager als einzige Ursache und Konjunkturpakete als einzig mögliche Lösung.

Doch wo die eigentlichen Ursachen liegen wagt niemand zu sagen, nämliche das der Markt und die Deregulierung als höchste Maxime versagt haben. Denn damit würde mensch eingestehen, dass es sich damit um eine Krise der Regelungsmechanismen und der herrschenden, neoliberalen Ideologie handelt, und damit um eine Systemkrise. Denn dann könnte mensch nicht einfach so weiter machen wie bisher und müsste sich ernsthaft Gedanken machen.

Und was auch niemand sagt bzw. sagen will: Wer die Zeche zahlt für die Strohfeuer an Rettungsschirmen, Überbrückungskrediten und Bankbürgschaften, die zur Zeit durchs Land lodern und deren (ver-)blendender Schein die vollen Auswirkungen dieser Krise noch verbergen. Doch wer ein bisschen Fantasie hat, kann sich vorstellen, was nach dem Superwahljahr propagiert werden wird: Weniger Sozialausgaben kombiniert mit Steuern, die garantiert nicht die Gewinnler der letzten Jahrzehnte treffen.

Deshalb sei eines hier klar gestellt: Egal wo im Sozial-, Gesundheits- oder Bildungssystem eingespart werden soll, egal wann, wo und wie Lohnabhängige besteuert werden soll:

Wir tragen die Kosten dieser Krise nicht!

Und wir werden weiter demonstrieren, dass ihre Krise nicht zu unserer Katastrophe wird!

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