Archiv für März 2012

Gewerkschaft, Bewegung – Gewerkschaftsbewegung?

Buchvorstellung mit Ralf Hofrogge am 18.04. um 19Uhr im DGB-Haus; Käte-Dinnebier-Saal

Marburg kriegt die Krise

In Marburg hat sich ein Krisenbündnis aus verschiedenen Gruppen und Einzelpersonen gegründet. Das Krisenbündnis bietet den Rahmen sich über schon geplante Aktionen und Veranstaltungen zur Krise auseinanderzusetzen, sich zu informieren, Handlungsperspektiven zu diskutieren und vor allem selbst aktiv zu werden. Als Fixpunkt für die Arbeit des Bündnisses gelten dabei die großen Demos und Aktionstage gegen die Krise und die Politik der Troika am 31.März (Demo) und 17.-19.Mai (Aktionstage) in Frankfurt/Main.

Das nächste Treffen findet am 12.3.2012 um 19 Uhr im DGB-Haus (Bahnhofstraße 6) statt. Alle Interessierten sind eingeladen.

weitere Infos gibt es bald auf www.krise-marburg.org
Infos zu den europaweiten Aktionen: www.european-resistance.org

Die Care-Seite der Krise |5.3.2012|18.15Uhr|Trauma im G-Werk

Dis­kus­si­ons­ver­an­stal­tung zum in­ter­na­tio­na­len Frau­en­tag

„Wenn aus der be­ruf­li­chen Kar­rie­re nichts wird, kannst du immer noch zu Hause blei­ben und dich um Kin­der, Haus­halt und Oma küm­mern.“ Sol­che Äu­ße­run­gen hört Frau trotz über 100 Jah­ren frau­en­be­weg­ter Kämp­fe und Be­we­gun­gen immer noch in ihrem All­tag. Seit neus­tem wer­den sie er­gänzt durch Aus­sa­gen wie, „naja, wenn Oma nicht mehr kann, dann be­kommt sie halt eine 24h-​Po­lin zur Un­ter­stüt­zung.“ Dies of­fen­bart, dass Pfle­ge-​ und Sor­ge­ar­bei­ten (auch Ca­re-​Ar­bei­ten ge­nannt) nach wie vor nicht als ge­sell­schaft­lich not­wen­di­ge und kom­ple­xe Ar­bei­ten an­er­kannt wer­den. Und es of­fen­ba­ren sich auch glo­ba­le Un­gleich­ge­wich­te bei der Er­le­di­gung die­ser Ar­bei­ten sowie un­ter­schied­li­che Mög­lich­kei­ten, diese Ar­bei­ten ab­zu­de­le­gie­ren, je nach­dem wie viel das ei­ge­ne Porte­mon­naie so her­gibt. Eines der Sym­pto­me der kri­sen­haf­ten Ent­wick­lun­gen sind die so­ge­nann­ten „Ca­re-​Chains“ (Pfle­ge­ket­ten).

Die ak­tu­el­le Dis­kus­si­on ums Schrö­der­sche Be­treu­ungs­geld, auch „Herd­prä­mie“ ge­nannt, sowie die Aus­wei­tung der Ar­beit­neh­me­rIn­nen­frei­zü­gig­keit auf Ar­beits­kräf­te aus Ost­eu­ro­pa zum 1. Mai 2011 ma­chen deut­lich, wie Ca­re-​Ar­beit in der BRD durch die Nut­zung von Un­gleich­hei­ten zwi­schen Frau­en aus ver­schie­de­nen Schich­ten und Län­dern wei­ter pri­va­ti­siert und pre­ka­ri­siert wer­den soll. Und im Zuge der Krise soll be­son­ders da ge­spart wer­den, wo Deutsch­land kein Ex­port­welt­meis­ter ist, näm­lich bei der Pfle­ge-​ und Sor­ge­ar­beit.

In der Dis­kus­si­ons­ver­an­stal­tung möch­ten wir uns ge­nau­er an­schau­en, wie die Ar­beits-​ und Le­bens­be­din­gun­gen der Ca­re-​Ar­bei­te­rIn­nen sich aus einer in­ter­na­tio­na­len, fe­mi­nis­ti­schen Per­spek­ti­ve ak­tu­ell dar­stel­len und wel­che Or­ga­ni­sie­rungs­ver­su­che es gibt, hier Ver­bes­se­run­gen her­bei­zu­füh­ren.

Das Ziel der Dis­kus­si­ons­ver­an­stal­tung ist, die in­ter­na­tio­na­len Bei­spie­le auch für lo­ka­le Kämp­fe in Mar­burg hand­hab­bar zu ma­chen. Denn auch die Uni Mar­burg be­tei­ligt sich am ak­tu­el­len Kri­sen­trend des Spa­rens, wenn sie bei den oh­ne­hin schon zu Nied­rig­löh­nen out­ge­sourc­ten Rei­ni­gungs­kräf­ten noch mal auf bil­li­ge­re An­bie­ter zu­rück­greift. So will die Uni auf Kos­ten der Ar­beits-​ und Le­bens­be­din­gun­gen der Rei­ni­gungs­kräf­te sowie der Qua­li­täts­stan­dards bei der Rei­ni­gung, noch ein paar Euro mehr spa­ren.

8. März jeden Tag! Für mehr fe­mi­nis­ti­sche Be­we­gun­gen jetzt, hier und über­all!
Re­fe­ren­tin­nen // Anna Stie­de: „Am Bei­spiel Ita­li­en wird deut­lich, dass die in­for­mel­le Be­schäf­ti­gung mi­gran­ti­scher Ar­beits­kräf­te in den Pri­vat­haus­hal­ten ein wich­ti­ger Pfei­ler der Öko­no­mie ist.“ // Silke Cho­rus: „Kämp­fe um Ca­re-​Ar­beit krat­zen di­rekt oder in­di­rekt an ka­pi­ta­lis­ti­schen und pa­tri­ar­cha­len Struk­tu­ren. Dies ex­pli­zit zu ma­chen, ist eine mög­li­che Res­sour­ce im Kampf um deren Auf­wer­tung.“ // Saida Res­sel: „Die feh­len­de An­er­ken­nung von Ca­re-​Ar­beit wird in Spa­ni­en durch ihren Aus­schluss vom all­ge­mei­nen Ar­beits­recht deut­lich. Ge­werk­schaf­ten konn­ten daran bis­her wenig än­dern, be­rich­ten mi­gran­ti­sche Ca­re-​Ar­bei­te­rin­nen der Selbst­or­ga­ni­sie­rung Se­doac.“

Eine Ver­anst­la­tung von:
Grup­pe d.i.s.s.i.d.e.n.t.
AgF Ar­beits­ge­mein­schaft für ge­werk­schaft­li­che Fra­gen
ver.​di Ju­gend Mit­tel­hes­sen
DGB Ju­gend Mit­tel­hes­sen
DGB Re­gi­on Mitte­hes­sen
Sti­pen­dia­tIn­nen Grup­pe der Hans-​Böck­ler Stif­tung
Zen­trum für Gen­der Stu­dies & fe­mi­nist­sche Zu­k­unts­for­schung
Trau­ma im G-​Werk
AStA Mar­burg