Archiv für April 2012

Gewerkschaften zwischen Tarifauseinandersetzungen und europäischen Krisenprotesten

Diskussionsveranstaltung mit Heidi Schroth (IG Metall) und Karin (IL) – 30.4., 20Uhr, Hörsaal des CNMS (Deutschhausstraße 12)

Zur Kritik des europäischen Krisenmanagements

Veranstaltung von AgF und Krisenbündnis:

Gewerkschaft, Bewegung – Gewerkschaftsbewegung? Buchvorstellung mit Ralf Hofrogge am 18.04. um 19Uhr im DGB-Haus; Käte-Dinnebier-Saal

Zum Verhältnis von Gewerkschaften und sozialen Bewegungen in Geschichte und Gegenwart
Gewerkschaften gelten als Rückgrat der ArbeiterInnenbewegung: Sie haben mehr Mitglieder als Linkspartei und SPD zusammen, sie sind als einzige soziale Bewegung in den Betrieben verankert.

Jedoch haben Gewerkschaften seit den 1990er Jahren zahlreiche De-Regulierungen der Arbeitswelt nicht verhindern können, in Politikfeldern außerhalb der Arbeitswelt gab es oft nur symbolische Interventionen.

Viele Linke haben deswegen die Arbeiterbewegung als politischen Akteur ganz aufgegeben und den „Abschied vom Proletariat“ ausgerufen. Andere, wie der Historiker Karl Heinz Roth, machten schon in den 1970ern eine „andere Arbeiterbewegung“ stark, bestehend aus wilden Streiks und unregulierten Betriebskämpfen. Die Gewerkschaften hingegen galten als angepasst, als Teil des Problems.

Vierzig Jahre und eine große Wirtschaftskrise später sind diese Debatten wieder aktuell. Muss das Verhältnis zwischen Gewerkschaft und sozialen Bewegungen neu bestimmt werden, um endlich aus der Defensive herauszukommen?

Um über diese Fragen zu diskutieren haben wir Ralf Hoffrogge eingeladen, Historiker und Autor des 2011 erschienenen Buches „Sozialismus und Arbeiterbewegung“ in der Reihe

Theorie.org:

http://www.theorie.org/titel/655_sozialismus_und_arbeiterbewegung_in_deutschland

Eine Veranstaltung von:

DGB Marburg-Biedenkopf, DGB-Jugend Mittelhessen, AgF Marburg, Arbeit und Leben Marburg, Gruppe dissident, ver.di- Jugend Mittelhessen

Pelzveredlung und Pelzbekleidung im Vertretungsbereich der IG Metall

Am 07. April findet in Frankfurt am Main wieder die Demonstration ‚‘FRANKFURT PELZFREI'‘ statt. Dort demonstrieren Menschen gegen die Haltung von Tieren zum Zweck der Pelzgewinnung. Dieser Protest findet seit Jahren breiten gesellschaftlichen Rückhalt und geht dementsprechend nicht nur von Tierschutz bzw. -rechtsgruppen aus.
Auch die AgF Marburg ist keine solche Gruppierung. Wir setzen uns als Gewerkschafter_innen aber nicht allein mit der Verbesserung der Arbeitsbedingungen abhängig Beschäftigter auseinander. Wir sind der Meinung, dass Gewerkschaften einen gesellschaftspolitischen Auftrag (und Anspruch) haben (sollten). Folglich begrüßen wir die klare Ablehnung der Atomenergie von Seiten der IG Metall und fordern eine Fortsetzung der kritischen Auseinandersetzung mit dem Wirtschaftszweig Rüstungsindustrie, welche es in der IG Metall gab und gibt.
Auch die Tierhaltung zum Zwecke der Gewinnung von ‚‘Luxusartikeln'‘ muss Gegenstand kritischer Diskussion sein, v.a. in einer Organisation, deren Vertretungsbereich auch die Pelzveredlung und Pelzbekleidung umfasst (vgl. den der Satzung der IG Metall angehängten Organisationskatalog).
Wir halten es nicht für vereinbar, einerseits glaubwürdig für ‚‘den Schutz der natürlichen Umwelt'‘ (Satzung der IG Metall: § 2) einzutreten, und andererseits das Halten und Töten von Tieren zum Zwecke der Gewinnung von ‚‘Luxusartikeln'‘ für legitim zu halten oder auch nur unkommentiert zu lassen. Deshalb fordern wir eine kritische Auseinandersetzung mit dem Thema Pelztierhaltung und eine Aufklärung über die damit verbundene ethische Problematik, wie dies in der IG Metall bezüglich anderer Wirtschaftszweige bereits geschieht.

Buchvorstellung: Die EU in der Krise

Buchvorstellung und Semesterauftakt der Forschungsgruppe Europäische Integration (FEI)

Zeit: 11.04.2012 20:30 h – 11.04.2012 22:30 h
Ort: Café am Grün (Am Grün 28-30, 35037 Marburg)

Weitere Informationen:

Forschungsgruppe, Staatsprojekt Europa (Hrsg.):
Die EU in der Krise: Zwischen autoritärem Etatismus und europäischem Frühling
im Auftrag der Assoziation für kritische Gesellschaftsforschung
2012 – 165 Seiten – € 15,90
ISBN: 978-3-89691-898-7

EU in der Krise
Der europäische Integrationsprozess wird durch eine massive ‚Vielfachkrise‘ erschüttert: die Euro-Krise und Staatskrisen, nicht nur in Griechenland, die Krise des politischen Integrationsprozesses, der Legitimationsverlust der EU sowie das völlige Fehlen eines neuen populären europäischen Projektes: Vor dem Hintergrund des arabischen Frühlings und weltweiter anti-neoliberaler Proteste eskalieren in der europäischen Peripherie die sozialen Kämpfe gegen eine Abwälzung der Krisenfolgen nach unten und für eine weitgehende Demokratisierung der Gesellschaft. Der Beitrag der sozialwissenschaftlichen ‚Europaforschung‘ zum kritischen Verständnis dieser Entwicklungen ist marginal. Auch herrschaftskritische Ansätze haben die Bedeutung der EU lange unterschätzt. Der vorliegende Band der Assoziation für kritische Gesellschaftsforschung (AkG) reagiert auf diese Leerstellen, greift die Diskussionen der kritischen Europaforschung auf und entwickelt sie weiter. Im Rahmen einer intersektionalen Kapitalismusanalyse untersuchen die Beiträge aus unterschiedlichen Perspektiven Hintergründe und Dynamik der Krise und diskutieren emanzipatorische Strategien für ein anderes Europa.