Archiv für Juni 2012

IG-Metall Sommerjugendcamp in Mellnau vom 22. bis 24. Juni 2012

Die AgF fährt dieses Jahr wieder zum Camp der IG Metall Jugend des Bezirks Frankfurt nach Mellnau. Mit im Gepäck habe wir einen Tisch mit Büchern, die wir dort in Kooperation mit der Buchhandlung Roter Stern Marburg (http://www.roter-stern.de/) vertreiben. Außerdem wird es von uns einen Leseworkshop zu Paul Lafargues „Das Recht auf Faulheit“ geben. Auch dabei haben wir anlässlich der derzeitigen Fußball-EM der Männer noch folgenden Flyer:

Schwarz, Rot, Geil?

Elf Männer spielen Fußball. Sie werden als Helden vergöttert, Millionen jubeln ihnen zu, baden im schwarz-rot-goldenen Meer. Ist doch ganz normal. Wo sollte es denn da ein Problem geben? Warum sollte sich „unsereins“ nicht zu seiner Mannschaft bekennen dürfen?

Denn schließlich darf man doch ein bisschen stolz sein!
Stolz worauf?

Darauf den gleichen Pass wie die elf Spieler zu besitzen?
Auf das was hinter schwarz, rot, gold auch steckt – Hartz IV, Rente mit 67, Kriegseinsätze für Wirtschaftsinteressen, Nationalsozialistischer Untergrund, Ausweitung von Leiharbeit, Einsparungen im Sozialbereich, Demonstrationsverbote….

„Aber was hat das mit uns zu tun: Uns geht’s doch nur um den Spaß am Fußball! Wir freuen uns, wenn wir ein Stückchen näher zusammen rücken und gemeinsam unser Team anfeuern und uns zusammen freuen, wenn wir gewinnen.“

Klar ist nicht jede_r Fußballbegeisterte Nationalist_in. Fußball mag an sich unpolitisch sein. Wie er jedoch bei Welt- und Europameisterschaften von vielen gelebt wird, ist sehr politisch. Denn schließlich schwenken viele nicht nur die Deutschland-Flagge als Ausdruck ihrer Verbundenheit mit der deutschen Nationalelf. Sie schwenken sie auch, weil sie zeigen wollen wie stolz sie auf „ihre Jungs“ und vor allem auf „ihr Land“, auf „ihr Volk“ sind. In einem solchen Moment ist Fußball eben doch politisch: Denn es geht nicht mehr darum, ob eine Mannschaft toll spielt und die Beste gewinnt. Es geht darum, dass Deutschland das beste Team ist – und nicht nur im Fußball!

Über diesen Party-Patriotismus wird eine Einheit zwischen den Menschen geschaffen, die es nicht gibt und die einzig durch das nationale „Wir-Gefühl“ hergestellt wird. Dieses „wir“ wird dann benutzt, wenn „wir“ mal wieder den Gürtel enger schnallen müssen, „wir“ zu hohe Lohnnebenkosten haben usw.

Jede Form eines nationalen „Wir-Gefühls“ ist scheiße. Denn Nationalismus lebt davon, dass andere ausgeschlossen werden, dass die „deutschen Werte“, nach denen wir angeblich alle handeln, viel besser sind als die anderer Ländern, und dass sich die Menschen nur mit ihrer Nation identifizieren.

Die IGM-Jugend spricht sich gegen jede Art von Diskriminierung, Ausgrenzung und für eine internationale Solidarität aus. Dass letztere sich auch mit Fußball verbinden lässt, zeigt jedes Jahr die Mondiali Antirazzisti*.

Wir sind weder Grand-Prix, noch Papst und ganz sicher nicht Deutschland!

* Mondiali Antirazzisti

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